Die PPP-Stipendiatin Anne-Christine Kub aus Reich berichtet von ihren Erlebnissen in Pittsburgh

7. Dezember 2016

My life changing experience in Pittsburgh 

Alles begann Ende Juli 2015, als ich endlich meine Gastfamilie nur 2 Wochen vor Abflugtermin zugewiesen bekommen habe. Das unendlich lange Warten auf meine Gastfamilie hat sich wirklich gelohnt, denn meiner Meinung nach waren wir ein „Perfect Match“. Ich bekam die Nachricht, dass mein zweites Zuhause in der bekannten Stadt Pittsburgh in dem Staat Pennsylvania sein wird und war sowas von fasziniert darüber, weil ich im Geheimen darauf gehofft habe, dass ich etwas Abwechslung von meinem 400 Einwohner Dorf im tiefsten Hunsrück bekommen werde. Mein Wunsch hat sich definitiv mehr als erfüllt, Pittsburgh ist eine wunderschöne Stadt, mit viel Geschichte durch die frühere Stahlindustrie und freundlichen Bürgern, die ihre Heimat über alles lieben. Vor allem hat sie meiner Meinung nach die perfekte Größe.

Nun zu meiner Gastfamilie, der ich so dankbar bin für alles, was sie für mich getan hat. Ich habe 2 Eltern, Debbie und Gerry, 3 Brüder, Alex (16), Jared (23) und Justin (21) und eine Schwester, Sarah (18), dazu gewonnen und hoffe wirklich, dass der Kontakt mit ihnen mein Leben lang bestehen bleibt. Von der ersten Minute an waren alle so herzlich und offen, man hat gar keine Chance gehabt Heimweh zu bekommen. Wenn ich sie mit 3 Worten beschreiben müsste, wäre es quirlig, abenteuerlustig und herzensgut. Wir hatten immer was zu lachen und vor allem immer was zu tun, meine Gastmutter war total unternehmungslustig und hat uns alle immer auf Trab gehalten. Abgesehen von unzähligen Sachen innerhalb Pittsburghs, wie Football Spiele, Baseball Spiele und auch Eis Hockey Spiele, Kanu fahren, Fahrradtouren, Wanderungen und Essen gehen in typisch amerikanischen Restaurants, haben sie mir auch so viel wie möglich von den umliegenden Staaten gezeigt. Ich kann mich sehr glücklich schätzen dass ich durch sie die Möglichkeit hatte auf 4 verschiedenen Roadtrips, durch Ohio, West Virginia, Virginia, Maryland, New York, North Carolina und District of Columbia (Washington D.C) gereist zu sein. Das war aber noch nicht alles, wir waren außerdem mit den Geschwistern und Eltern meiner Gastmutter über Thanksgiving im Disneyland in Florida im Urlaub, was eines meiner Highlights war. Zuletzt waren wir im Mai diesen Jahres an den Niagara-Fällen in Kanada, was atemberaubend schön war.

Den Großteil meiner Zeit habe ich in meiner Schule, der North Hills High School, verbracht. Ich war dort zusammen mit meiner Gastschwester im Senior Jahrgang, sprich 12. Klasse. Der Schulalltag bestand aus 9 Unterrichtsperioden, je 40 Minuten von 7:18 Uhr bis 14:00. Meine Schule war eine der größten im Umkreis, allein meine Stufe hatte 350 Schüler. Ich habe die Zeit dort sehr genossen, und durch die Größe konnte ich meinen Stundenplan aus 92 verschiedenen Klassen selbst zusammenstellen. Meine Lieblingsklassen waren einmal, „Forensic Sciene“, welche sich mit Kriminalwissenschaften beschäftigt hat, was ich sehr interessant fand. Es gefiel mir, in so ein Feld einen Einblick durch die Schule bekommen zu haben. Andererseits liebte ich auch meine Französisch-Klasse, da dieser Kurs eine extrem starke Gemeinschaft hatte, wie eine kleine Familie. Außerdem habe ich meine zwei besten Freundinnen die mein Jahr in Amerika auch sehr positiv beeinflusst haben dort kennen gelernt.

Da in American High Schools der Sport eine sehr große Rolle spielt, habe ich mich dazu entschieden mal was Neues auszuprobieren. Ich habe im Frühling mit der Sportart `Lacrosse` angefangen, welche ich sehr vermisse. Lacrosse wurde von den Ureinwohnern Amerikas erfunden und war etwas, was ich noch nie zuvor gesehen hatte, wodurch mein Interesse geweckt wurde. Nach vielem Trainieren habe ich es sogar ins Schulteam geschafft und war so froh, mich dafür entschieden zu haben! Der Sport sowie mein Team, welches unglaubliche Erinnerungen für mich geschaffen hat, war ein weiteres meiner unzähligen Highlights.

Natürlich habe ich mich auch so gut ich konnte in meiner Rolle als Jugendbotschafter engagiert, indem ich zunächst in meinen Umfeld, meiner Familie, meinem Freundeskreis und meiner Schule den Leuten von Deutschland, unserer Kultur und Unterschieden erzählt habe. Mein Eindruck war, dass die Leute immer interessiert waren und es sehr gut fanden, die Chance zu haben durch mich mehr über Deutschland und Europa im Allgemeinen zu erfahren, da die meisten Leute dort drüben noch nie die USA verlassen haben, geschweige denn den Kontinent. Zusätzlich habe ich aber noch 15 Präsentationen mit anschließender Fragerunde in 3 verschiedenen Schulen gehalten.

Als eine von nur 10 PPPlern von AFS habe ich es auch geschafft, über 125 Stunden freiwillige, soziale Arbeit zu absolvieren. Dies habe ich in einer Kirche gemacht, die ein Musical zusammengestellt hat, dessen Einnahmen an einen sogenannten Mission Trip gingen. Wir haben über 20.000 US Dollar eingenommen, sind mit diesem Geld nach Kentucky gefahren und haben dort Häuser für Bedürftige gebaut und renoviert. Dieses Erlebnis war sehr prägend, und man hat zu schätzen gelernt, wie gut es uns eigentlich geht.

Zuletzt möchte ich noch einen sehr wichtigen Teil meines Auslandsjahres ansprechen: AFS. AFS hat mich von Anfang bis Ende begleitet und hat mir nicht nur meine Gastfamilie gegeben, sondern auch noch meine Austauschschüler - Familie. In meinem Komitee waren 41 Austauschschüler, aus 22 verschiedenen Ländern, die sich alle geliebt, unterstützt und ergänzt haben. Mit den meisten davon bin ich stets in Kontakt und der festen Überzeugung, dass sich das auch nicht ändern wird. Ich habe so viel gelernt und mich als Person gebessert, man wird so viel toleranter, und mein Horizont hat sich unglaublich erweitert, alles durch ein Jahr in Amerika.

Alles in allem kann ich mich nur bedanken, ich glaube, keiner würde mir je glauben, wie dankbar ich für dieses Jahr bin. Danke an meine Familie, meine Gastfamilie, meine Freunde in Deutschland, Amerika und überall auf der Welt, meine Schule, aber vor allem an AFS und Herrn Peter Bleser, ohne die das alles hier niemals wahr geworden wäre. Das, was ich erlebt habe, ist mehr, als ich mir vorgestellt habe und einmalig. Ich finde, diese Erfahrung verändert Leben und trägt einen kleinen Beitrag dazu bei, die Welt zu verbessern. Mein Leben hat sie auf jeden Fall verändert und meine Welt auf jeden Fall verbessert.