Betriebsrente wird attraktiver

Foto Peter BleserBekanntgabe von Peter Bleser, MdB, im E-Mail-Infoservice vom 26.06.2017

In diesem Monat wurde das Betriebsrentenstärkungsgesetz nach langen Verhandlungen im Bundestag verabschiedet.

Die tägliche betriebliche Altersvorsorge wurde deutlich gestärkt. Dabei wurden vor allem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in klein- und mittelständischen Betrieben sowie die Geringverdiener im Blick behalten.

Im Folgenden werden die Kernpunkte der Reform darlgelegt.

1. Arbeitgeber-Fördermodell für Geringverdiener

  • Beschäftigte mit einem monatlichen Einkommen bis 2.200 Euro können einen Arbeitgeberzuschuss von bis zu 480 Euro jährlich erhalten
  • Der Arbeitgeber erhält aufgrund dieses Zuschusses 144 Euro jährlich vom Staat zurück

 

2. Verbesserungen im Bereich der freiwilligen Zusatzrenten

  • Zukünftig werden bis zu rund 200 Euro Betriebs-, Riester- oder sonstiger freiwilliger Zusatzrenten nicht auf die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung angerechnet

 

3. Arbeitgeber werden stärker an der Betriebsrente beteiligt

  • Ab dem 1. Januar 2019 müssen Arbeitgeber für neue Betriebsrentenverträge die eingesparten Sozialversicherungsbeiträge in pauschalierter Form von 15 Prozent in die betriebliche Altersversorgung ihrer Beschäftigten zahlen.
  • Für bestehende Verträge gilt dies ab dem Jahr 2022.

 

4. Sozialpartnermodell

  • Die Haftung der Unternehmen für eine bestimmte Höhe der Betriebsrenten entfällt.
  • Stattdessen wird es eine unverbindliche Zielrente geben, die mit dem Zinsniveau steigt oder fällt.
  • Ziel ist es, aus der Anlage der Beiträge eine möglichst hohe Betriebsrente zu erwirtschaften.
  • Das Sozialpartnermodell wird von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden unterstützt und kann nur auf der Basis von Tarifverträgen aufgebaut werden.

 

5. Betriebsrenten sind allgemein gültig

  • Vereinbaren die Tarifparteien Betriebsrenten für die gesamte Branche, gelten sie für alle Arbeitnehmer, die nicht ausdrücklich widersprechen (Opting-Out-System)
  • Auch Kleinbetriebe ohne Tarifvertrag können sich anschließen

 

6. Höhere Steuerfreibeträge

  • Der steuerfreie Höchstbetrag in der kapitalgedeckten betrieblichen Altersversorgung wird von 4 auf 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung - und damit von rund 3.000 auf rund 6.000 Euro jährlich - angehoben.

 

7. Bessere Information durch die Deutsche Rentenversicherung

  • Träger der gesetzlichen Rentenversicherung sollen künftig über das gesamte Spektrum der staatlich geförderten zusätzlichen Altersvorsorgeangebote neutral und anbieterunabhängig Auskünfte erteilen

 

Detailliertere Informationen zu dieser wichtigen Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge können Sie dem zum Download zur Verfügung stehenden Rundschreiben von Karl Schiewerling MdB und Antje Tillmann MdB entnehmen.