Nahrungsmittel­preise: seriöse Ursachenfor­schung notwendig

Peter Bleser, MdB

Pressemitteilung von Peter Bleser MdB 16.04.2008 Derzeit findet eine unglaubliche Vermischung unterschied­licher Problembereiche und eine beliebige Verknüpfung von Argumenten im Zusammenhang mit der Versorgung mit Nahrungsmitteln statt. Die entsprechenden Interessen­gruppen nehmen solche Vorlagen bereitwillig auf, um dar­aus die für sie genehmen Aussagen aus dem Zusammen­hang zu reißen. Nötig ist vielmehr eine seriöse Analyse. Wer in der Produktion von Biokraftstoffen in Europa den alleinigen Verantwortlichen für den Anstieg weltweiten der Nahrungs­mittelpreise sieht, macht sich das Leben viel zu einfach. Wir haben es zu tun mit einem immer stärkeren Wachstum der Weltbevölkerung, aber auch mit einer deutlich gestie­genen Nachfrage nach veredelten Nahrungsmitteln in Asien, insbesondere China. Diese hat zu einem Absinken der Weltgetreidebestände auf einen historischen Tiefstand geführt. Statt also politische Schnellschüsse vorzunehmen, müssen nachhaltige Strategien gefunden werden, wie die Versorgung der Weltbevölkerung mit Nahrungsmitteln ge­sichert werden kann. Dazu gehört neben der Nutzung neuer Technologien wie der Bio- und Gentechnologie auch die Steigerung der Effizienz der Produktion von Lebens- und Futtermitteln. Daher setzt sich die Union im Rahmen der Debatte zum Health Check der EU-Agrarpolitik für eine vollständige Abschaffung der Flächenstilllegungsverpflichtung ein. Bei der Festlegung von Nachhaltig­keitskriterien für die Produktion von Biomasse muss die Stei­gerung der Flächeneffizienz einem Zugewinn an Nachhaltigkeit gleichgestellt werden. Die Kernkomponente der deutschen Landwirtschaft wird auch zukünftig in der Produktion von Lebens- und Futtermitteln liegen. Dies wird sich in der Entwicklung der verschiedenen Produktionsrichtungen zeigen.