Neue Impulse für den Anbau schnellwachsender Baumarten 25. Tagung der Internationalen Pappelkommission in Berlin beginnt

Foto Peter BleserPressemitteilung des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundeslandwirtschaftsminister, Peter Bleser MdB, vom 14.09.2016

Von 13. bis 16. September 2016 kommen mehr als 250 Forstexperten aus über 40 Ländern im Kongresszentrum Adlershof in Berlin-Schönefeld zusammen, um über die Bedeutung von Pappeln, Weiden und anderen schnell wachsenden Baumarten als erneuerbare Ressourcen und ihren Beitrag zur Bioökonomie zu diskutieren.

Der von der Internationalen Pappelkommission initiierte Kongress steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO). Die Organisation der Veranstaltung wird von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) unterstützt. Das wissenschaftliche Programm umfasst mehr als 200 Fachvorträge sowie Studienreisen in und um Berlin, nach Hessen und Niedersachsen sowie nach Südschweden.

Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft unterstrich die bedeutende Rolle von Wald und Holz für den Klimaschutz. Zudem leiste Holz als einer der wichtigsten nachwachsenden Rohstoffe einen entscheidenden Beitrag zur biobasierten Wirtschaft. „Die Potentiale für eine verstärkte Bereitstellung von Biomasse sowohl im Bereich der Forstpflanzenzüchtung, als auch bei der Steigerung des Anbaus von schnellwachsenden Baumarten sind noch nicht ausgeschöpft“, erklärte Bleser. Bleser lobte die gute Zusammenarbeit mit der FAO bei der gemeinsamen Vorbereitung und Durchführung der Konferenz und begrüßte die institutionelle Neuausrichtung der Arbeit der Kommission, von der auch neue Impulse für den Anbau schnellwachsender Baumarten in Deutschland zu erhoffen sind.

Prof. Martin Weih, der Vorsitzende der Internationalen Pappelkommission von der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften (SLU) erklärte, dass Pappeln, Weiden und andere schnellwachsende Baumarten eine entscheidende Rolle bei der Rohstoffproduktion für ein breites Anwendungsspektrum von Holz bis hin zur Produktion von Biokraftstoffen bieten. Er fügte hinzu, dass diese Baumarten auch zur Wiederherstellung von degradierten Flächen in der Land- und Forstwirtschaft und zur Bekämpfung der Desertifikation auf schwierigen Standorten beitragen.

Weltweit wachsen Pappeln und Weiden auf natürlichen und gepflanzten Flächen von mehr als 100 Mio. ha (mehr als die Landesflächen von Belgien, Frankreich und Deutschland zusammen). Über viele Jahrzehnte, ist der Anbau von Pappeln und Weiden von Landwirten und Forstbetrieben bevorzugt worden, insbesondere wegen ihres schnellen Wachstums, der einfachen Vermehrung, ihrer Fähigkeit zur Anpassung an schlechte Böden und wegen der breiten Palette von Verwendungsmöglichkeiten.

Pappeln, Aspen und Weiden erreichen zwar im Verhältnis zu einer Gesamtwaldfläche von etwa 11,4 Mio. ha in Deutschland lediglich eine Fläche von 147.000 ha. Allerdings gewinnt der Anbau von Pappeln und Weiden für die Herstellung von industriell genutztem Rohholz zunehmend an Bedeutung. Die Anlage von Biomasse-Plantagen mit Pappeln und Weiden auf landwirtschaftlichen Flächen hat sich inzwischen auf rund 7.000 ha ausgeweitet. Deutschland hat sich verpflichtet, das ehrgeizige EU-Ziel zur Steigerung des Anteils an erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2030 zu unterstützen. Die Produktion von Energieholz aus schnellwachsenden Baumarten kann in Abhängigkeit von der Entwicklung der Energiepreise und den politischen Rahmenbedingungen eine interessante Option bieten.