Reform der Pflegeberufe

Foto Peter BleserBekanntmachung von Peter Bleser, MdB, im E-Mail-Infoservice vom 03.07.17

Die Zahl der Pflegebedürftigen wird sich von derzeit 2,8 Millionen bis 2030 auf 3,5 Millionen erhöhen. Dies stellt die gesamte Pflegebranche vor enorme Herausforderungen.

Aus diesem Grund wurden in der laufenden Legislaturperiode verschiedene Maßnahmen verabschiedet, um die Situation der Pflegekräfte zu verbessern und so für die Zukunft eine gute Pflege in Deutschland sicherzustellen.

 

Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die umfassende Reform:

1. Arbeitsbedingungen und Vergütung für Pflegekräfte wurden verbessert

  • Pflegestärkungsgesetz II: Pflegepersonal muss nun weniger Zeit für Bürokratie aufwenden
  • Krankenhausstärkungsgesetz: Wir haben ein Pflegestellenförderprogramm in Höhe von 660 Mio. Euro aufgelegt, einen Pflegepersonalzuschlag von jährlich 500 Mio. Euro beschlossen und die Tarifkostenfinanzierung für Krankenhäuser verbessert
  • Infektionsschutzgesetz: Personaluntergrenzen in pflegeintensiven Bereichen in Krankenhäusern
  • Pflegestärkungsgesetz I: Besseres Gehalt für Personal in der Altenpflege. Bisher lagen Fachkräfte in der Altenpflege mit -17% (Westen) deutlich unter dem Niveau aller Beschäftigten
  • Gewebegesetz: Eine absichtliche, personelle Unterdeckung wird künftig mit Vergütungskürzungen sanktioniert
  • Mindestlohn: für 400.000 Pflegekräfte in Heimen oder bei ambulanten Pflegediensten heben wir den Mindestlohn von 2018 bis 2020 in zwei Stufen an

 

2. Die Pflegeberufsausbildung wurde reformiert

  • Bisherige Pflegeberufe werden besser miteinander verzahnt
  • Es gibt einen gemeinsamen Ausbildungsteil, in dem allgemeine und spezielle Kompetenzen unabhängig von Alter und Versorgungsbereich erworben werden
  • Auszubildende der Alten- oder Kinderkrankenpflege können nach dem zweiten Ausbildungsjahr zwischen den Abschlüssen Alten- bzw. Kinderkrankenpflege oder der Generalistik mit dem jeweiligen Schwerpunkt wählen
  • Auswertung nach 6 Jahren: sollten sich mehr als 50% für Generalistik entschieden haben, kann der Bundestag beschließen, dass der Abschluss in der Kinder- und Altenpflege abgeschafft wird

 

3. Pflegeberufe wurden klarer abgegrenzt und gestärkt

  • Rein pflegerische Aufgaben wurden definiert, wie beispielsweise die Erhebung und Feststellung des individuellen Pflegebedarfs

 

4. Über ein berufsqualifizierendes Pflege-Studium gibt es bessere Aufstiegsmöglichkeit

  • Neben der beruflichen Pflegeausbildung wird es künftig auch ein hochschulisches Pflegestudium geben
  • Dies ist ein weiteres wichtiges Signal zur Aufwertung des Berufsbereichs

 

5. Unverkürzte Umschulungen werden nun dauerhaft gefördert

  • Seit 2013 übernehmen Arbeitsagenturen und Jobcenter auch die Lehrgangskosten bei unverkürzten Weiterbildungsmaßnahmen
  • Diese Fördermaßnahme ist nun nicht mehr zeitlich befristet

 

Nähere Informationen zu diesen umfangreichen Reformen ist dem beigefügten Schreiben von Dr. Georg Nüßlein MdB und Maria Michalk MdB zu entnehmen.