Zehntklässler der IGS Kastellaun besuchen Peter Bleser in Berlin

7. Oktober 2016

Am 07. Oktober 2016 besuchten mehr als 60 Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe der IGS Kastellaun den Deutschen Bundestag in Berlin. Natürlich stand auch der Besuch des Reichstages auf dem Programm und diesen nutzten die Schülerinnen und Schüler, um mit ihrem Bundestagsabgeordneten Peter Bleser ins Gespräch zu kommen.

Bleser begann die Diskussionsrunde mit einer kurzen Einleitung über das aktuelle Politikgeschehen im In- und Ausland. Insbesondere thematisierte er die niedrige Arbeitslosenquote in Deutschland, den Krieg in der Ukraine und die Problematik der Flüchtlingskrise. Des Weiteren verdeutlichte Bleser die bedeutende Rolle der Europäischen Union und die Wichtigkeit, diese vor dem Verfall zu schützen. Er forderte die jungen Leute auf, für eine europäische Solidargemeinschaft einzustehen und gegen populistische und nationalistische Meinungsbilder anzugehen. 

Die anschließende Fragerunde orientierte sich stark an lokalen Themen: die mögliche Reaktivierung der Hunsrückbahn, dem Potenzial von Elektromobilität für den ländlichen Raum und den Chancen und Risiken der zunehmenden Digitalisierung der Landwirtschaft. Gerade Letzteres berührte Herrn Bleser persönlich: „Früher hat man für 50 Kühe Tag und Nacht geschuftet –heute kann eine Person mit weniger körperlichem Aufwand 150 Kühe versorgen“. Innovationen wie Melkroboter und neue Wege der Datenerfassung und –analyse ermöglichen eine Präzisionslandwirtschaft und Effizienzsteigerung, die dazu beitragen, die Umwelt stärker zu schonen und das Tierwohl zu fördern.

Auf der anderen Seite stellen die Finanzierung solcher Geräte und nötige Weiterbildungen, zum Beispiel im EDV-Bereich, auch eine große Herausforderung für Landwirte dar. Insgesamt entlaste die Digitalisierung jedoch zahlreiche Bauern und mache den Beruf wieder attraktiver für die Technik-affine junge Generation. So schloss Bleser mit einem Augenzwinkern: „Landwirte werden also auch als Ehemänner wieder interessanter“.

Beim Schlussplädoyer waren sich dann alle einig: es gelte, den Ländlichen Raum zukunftsfähig zu gestalten. Von Seiten der Politik sprach Bleser über die Möglichkeit, Verwaltungsstrukturen bewusst zu dezentralisieren – d.h. Behörden und Ämter nicht in der Landeshauptstadt zu konzentrieren, sondern gezielt in größere Lokalstädte zu verlegen; dies verkürze Arbeitswege und biete den Menschen Anreize, in ihren Heimatgemeinden zu bleiben.

Nach einem gemeinsamen Foto nahmen die Schüler ihre Eindrücke vom Bundestag mit zur weiteren Erkundung Berlins.