Bernkastel-Kues – Die Stadt der Doktoren

Bernkastel-Kues gehört zu den beliebtesten Orten an der Mosel und kann sich stolz Zentrum der Mittelmosel nennen. Hierher kommen jedes Jahr Gäste aus aller Welt, um in der „Internationalen Stadt der Rebe und des Weines“ Erholung und Abwechslung zu suchen. Bekannt geworden ist die Stadt durch zwei Gelehrte. Der eine, Nikolaus von Kues (1401-1464), gilt vielen als einer der bedeutendsten Kirchenmänner, Philosophen und Universalgelehrten des 15. Jahrhunderts. Cusanus, wie er auch genannt wird, wurde 1423 Doktor der Rechtswissenschaften. Neben einer kirchlichen Karriere beschäftigte er sich mit Naturwissenschaften und Philosophie. Bestattet ist er zwar in Rom, aber sein Herz wurde in seiner Geburtsstadt beigesetzt. Es ruht in der Kapelle des von ihm gestifteten St. Nikolaus-Hospitals, dem Cusanus-Stift.

Nikolaus von Kues fasste den Entschluss zur Errichtung dieses Hospitals zusammen mit seiner Schwerster Klara und seinem Bruder Johannes. Das Hospital sollte 33 Bedürftigen Wohnung und Unterhalt gewähren. Sehenswert sind die Kapelle, der Kreuzgang, der gotische Säulenraum, die Bibliothek und der Konventsaal mit seiner prachtvollen Rokoko-Stuckdecke. Im Stadtteil Kues findet sich auch sein Geburtshaus. Dort finden regelmäßig Kunstausstellungen, Vorträge oder Musikveranstaltungen statt. Hier findet man auch Informationen über einen der ganz Großen der abendländischen Geschichte. In diesem Hause hat Cusanus 1440 sein philosophisches Hauptwerk "De docta ignorantia" vollendet, ein Werk, das wie ein Grenzstein zwischen Mittelalter und Neuzeit steht und die mittelalterliche Theologie und ihr geozentrisches Weltbild ablöste.

Der zweite für Bernkastel-Kues prägende Gelehrte ist der Bernkasteler Doctor. Der „Doctor“ gehört zu den bekanntesten Riesling-Weinlagen überhaupt. Seinen Namen verdankt die Lage wohl einem früheren, promovierten Besitzer. Die Legende besagt jedoch, dass der Trierer Erzbischof Boemund II. erst nach dem Genuss dieses Weins eine ernste Krankheit überwand. Diese angeblich heilende Wirkung des Bernkasteler Weins, die auch bei den Leberleiden des englischen Königs Eduard VII. geholfen haben soll, führte zum Namen „Bernkasteler Doctor“. Neben dieser Lage gibt es im Raum Bernkastel jedoch viele weitere herausragende Weinlagen, zum Beispiel die „Wehlener Sonnenuhr“.

Bernkastel-Kues hat außer Wein und Cusanus jedoch noch mehr zu bieten. In Bernkastel ist es sozusagen Pflicht, zur Burgruine Landshut hinaufzufahren. Seit ca. 1000 Jahren standen an dieser Stelle verschiedene Befestigungen. Lange war die Burg eine der wichtigsten Festungsanlagen des Erzbistums Trier. Nachdem sie viele Kriegsstürme erfolgreich überdauert hatte, wurde sie 1692 durch eine Feuersbrunst zerstört.

Der historische Marktplatz ist geprägt vom Geist des stolzen Bürgertums. Er strahlt in beeindruckender Weise Glanz und Wärme seiner 400-jährigen Geschichte wider. Die Fachwerkhäuser, das Renaissance-Rathaus, der St. Michaels-Brunnen und das reizvolle „Spitzhäuschen” legen noch heute vom einstigen Wohlstand und der Geschichte dieser Stadt ein beredtes Zeugnis ab.

Fotos: Tourist Information Bernkastel-Kues