Kastellaun – Die Burgstadt im Hunsrück

Nur ein Katzensprung von Rhein und Mosel entfernt, liegt Kastellaun auf den Höhen des Hunsrücks. 1305 zur Stadt erhoben, ist Kastellaun heute Sitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde mit insgesamt 35 dazugehörigen Ortschaften und lebendiges Zentrum im Vorderhunsrück. Eine vielfältige Infrastruktur, ein großes Kulturangebot und nicht zuletzt die traumhafte Landschaft sprechen für sich und werden nicht nur von den Hunsrückern geschätzt.Schiefer, Bruchstein und Fachwerk prägen das Altstadtbild. Mitten im Stadtkern auf steilem Felsen liegt die mittelalterliche Ruine der Sponheimer Burg. Der Renovierung und Erhaltung von Burg und Altstadt haben sich die Kastellauner verpflichtet. Die Burg wurde im 13. Jahrhundert errichtet und gehörte lange zum gebiet der Grafen von Sponheim. Der Felskegel bot sich für eine Burg nahe dem feindlichen Territorium an. Dort wirkte sie beeindruckend, und man hatte von dort einen guten Ausblick ins Umland. Im Dreißigjährigen Krieg wechselte die Anlage mehrmals den Besitzer: Spanier, Schweden, Lothringer, Hessen und Franzosen kontrollierten Stadt und Burg.

Wie viele andere Burgen der Region wurde die Anlage im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch französische Truppen zerstört. Erst als abrutschende Schieferplatten des Felsens die am Fuß des Burgberges stehenden Häuser gefährdeten, entschloss man sich in den 80er Jahren zu umfangreichen Sicherungsarbeiten am Burgberg. Der ärgste Gegner der Sponheimer Grafen, das Erzbistum Trier, errichtete unter dem Erzbischof Balduin eine Burg in Buch. Balduinseck wurde gebaut, um Druck auf die Sponheimer in Kastellaun aufzubauen.

Zu den berühmten, oder eher berüchtigten Orten der Verbandsgemeinde gehören Bell und Hasselbach. In deren Nähe befindet sich die ehemalige Militäranlage „Pydna“. Als Folge des NATO-Doppelbeschlusses entstand hier eine große Basis für 96 nukleare Cruise-Missiles. Dadurch wurde die Verbandsgemeinde Kastellaun zu einem der zentralen Orte für die Friedensbewegung der 80er Jahre.