Verbraucherschutz für Senioren

Spitzenvertreter des Einzelhandels, der Konsum- und Marktforschung, der Banken, der Verbraucherzentralen und Sprachkritiker waren am 15. Dezember 2008 eingeladen zu einer Diskussionsveranstaltung über den "Verbraucherschutz für Senioren". Veranstalter waren die führenden Verbraucher-, Wirtschafts,- und Familienpolitiker der CDU/CSU-Fraktion. Peter Bleser, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz begrüßte in Anwesenheit der Bundesministerin, Ilse Aigner, die Diskussionsteilnehmer. Ein Anliegen der CDU/CSU-Fraktion ist es, die Senioren als Verbrauchergruppe zu stärken. Verbraucherpolitik ist für die Unionspolitiker immer auch Seniorenpolitik. Mit dem Ziel, die digitale, sprachliche und finanzielle Spaltung der Generationen zu überwinden, suchen die Politiker den Dialog mit allen Beteiligten und vor allem den Betroffenen. Auf der Tagung wurden Fragen erörtert wie: Welche Anforderungen stellen ältere Menschen an Anbieter von Produkten und Dienstleistungen? Werden Verhaltensweisen oder Informationsdefizite der Senioren gezielt ausgenutzt, brauchen sie daher einen besonderen Schutz oder reichen die gesetzlichen Vorgaben aus? Wie können Verbraucherorganisationen mit Information und Beratung die Zielgruppe besser erreichen? Was kann und muss die Politik leisten, um die Verbraucherinteressen von Senioren zu stärken? Deutlich wurde die Problematik vor allem anhand von Einzelbeispielen. Flaschenverschlüsse, die man kaum öffnen kann, Wörter in der Werbung, im Handel, an Bahnhöfen in Englisch oder Vermischungen mit deutschen Wörtern, die ganze Gruppen der Gesellschaft außen vorlassen, weil sie schlichtweg nicht verständlich sind, Telefonanrufe, die gleich in einem Vertrag enden, Kaffeefahrten mit "Abzocke", Partnerschaftssuchdienste, die keine echte Leistung bringen, Gewinnversprechen, das Herauslocken von Daten in Gesprächen und Haustürgeschäfte. Vor allem wurde klar, dass die Wirtschaft die große Gruppe der Senioren, immerhin 20 Millionen Menschen in Deutschland, ernst nehmen muss in ihren Bedürfnissen. Das Bewusstsein dafür, so die Vertreterin der Marktforschung, sei aber noch nicht vorhanden. Handlungsbedarf gebe es auch im Bereich von Versicherungen, Finanzanlagen und Krediten. Oft werden die Senioren in diesen Bereichen buchstäblich "über den Tisch gezogen".Die Veranstaltung war der Start in eine Verbraucherpolitik für Senioren. Der große Gesprächsbedarf zeugt von der Notwendigkeit, endlich zu handeln und die Senioren in den Fokus der Verbraucherpolitik zu rücken.