Schallschutz im Schienenverkehr Beirat „Leiseres Mittelrheintal“ soll schneller ans Ziel

8. August 2018

Unerträgliche Temperaturen und unerträglicher Bahnlärm – da bleibt den Menschen im Mittelrheintal nur noch die Wahl zwischen Pest (Hitze) und Cholera (Lärm). Pro Rheintal ist deshalb noch einmal auf den Bundestags­abgeordneten und früheren Staatssekretär Peter Bleser zugegangen mit der Forderung, dass die Umrüstung der Güterwaggons auf Flüsterbremsen sowie die im Beirat „Leiseres Mittelrheintal“ beschlossenen weiteren Maßnahmen jetzt schnellstens umgesetzt werden müssen.

Bei einem Arbeitstreffen bei Pro Rheintal in Boppard konnte man sich über die weitere Vorgehensweise im Beirat sowie über eine Vielzahl von Detailfragen abstimmen.

Peter Bleser und Pro-Rheintal-Vorsitzender Frank Gross waren sich einig, dass der Beirat „Leiseres Mittelrheintal“ über die Region hinaus ent­scheidende Impulse gesetzt hat, dass es aber immer noch zu zögerlich vorangeht, wenn man berücksichtigt, dass die Vorschläge für das, was jetzt umgesetzt werden soll, seit zwei Jahrzehnten auf dem Tisch liegen.

Die Fokussierung auf Vorkehrungen, die unmittelbare Entlastung bringen, nämlich die Umrüstung der Waggons, und zusätzliche Maß­nahmen an den Schienenwegen wollen Bleser und Gross im Beirat schnellstens voranbringen. Die beiden hatten 2014 den damaligen Bahnchef Grube und Bundesminister Ramsauer das Gremium mit Vertretern von Ländern, Kommunen, der Bahn und aus dem Verkehrs­ministerium vorgeschlagen. Jetzt wollen sie dafür sorgen, dass es endlich zu einer spürbaren Entlastung der Menschen im Rheintal kommt. Hier ist auch die Kooperation der Landesregierung, der Landkreise und Kommunen gefordert, denn eine schnelle Umsetzung erfordert die Kooperation aller Beteiligten.

Es macht wenig Sinn, über Bundesgartenschauen und andere belebende Maßnahmen für die Region nachzudenken, solange Bahnlärm die Gesamtentwicklung lähmt, wie alle Studien und der Masterplan des Landes belegen. „Wir haben die Lösungen auf dem Tisch und die Finanzierung ist gesichert“, erklärte Gross. Deshalb müssten jetzt alle an einem Strang ziehen, um eine kurzfristige Entlastung des Mittelrheintals zu bewirken. Weitere Maßnahmen, auch für Orte, die keine Schallschutz­wände einsetzen können, seien zu prüfen und zu entwickeln, waren sich beide einig.

Für die Tunnellösung in Oberwesel will man sich weiter stark machen, weil Pro Rheintal seit Jahren ein Multitunnelkonzept vorschlägt, mit dem die Wohngebiete entlastet und der Güterverkehr während der Tages­stunden ausgebaut werden kann. „Es braucht Lösungen, die sowohl für den Verkehr als auch für die Menschen günstig sind“, sagte Peter Bleser. Im Gepäck hatte er die Zusage der Bahn, 2019 endlich die Weiche in Rhens zu verlegen, unter der die betroffenen Familien seit dem Jahr 2012 jede Nacht durch Erdstöße und Lärm zu leiden haben.

Für Boppard sei wichtig, dass die Schallschutzwand im Ort weiter geschlossen werde und auf der gegenüberliegenden Rheinseite eine begrünte Wand die Rheinallee vom Lärm der Bahn erlöse. Hand in Hand will man daran arbeiten, dass Schallschutzprojekte kurzfristig realisiert werden. Pro Rheintal dankte Peter Bleser für sein jahrelanges Engagement und dafür, dass ihm in Sachen Bahnlärm kein Weg zu weit sei.

Groß überreichte ihm das Kompendium „Schallschutz im Schienenverkehr“, das alle wichtigen Themen rund um den Bahnlärm verständlich macht, und rief die Bevölkerung links und rechts des Rheins noch einmal auf, sich an der noch bis Oktober laufenden Pro Rheintal-Umfrage zum Thema Bahnlärm zu beteiligen (www.pro-rheintal.de).

Pressemitteilung und Fotos von PRO Rheintal