Simmern - Hunsrückdom und Schinderhannes

Im Herzen des Hunsrücks liegt die Verbandsgemeinde Simmern. Simmern ist nicht nur der Hauptort der Verbandsgemeinde, sondern auch die Kreisstadt des Rhein-Hunsrück-Kreises. Gesiedelt haben Menschen dort schon zu römischer Zeit. Schon im frühen Mittelalter entwickelte sich Simmern zu einer regional bedeutenden Stadt.Dieser bedeutenden Stellung hat Simmern es zu verdanken, dass in Napoleonischer Zeit dort der berühmte Räuberhauptmann Johannes Bückler, genannt Schinderhannes, eine Weile inhaftiert war. Auch sein Kumpan Johann Peter Petri, der als der Schwarze Peter bekannt wurde, saß im sogenannten Schinderhannes-Turm, einem alten Pulverturm der Stadtbefestigung. Beiden gelang jedoch die Flucht. Carl Zuckmayer umschrieb den Hunsrückräuber in seinem Schinderhanneslied mit den Worten: „Das ist der Schinderhannes, Der Lumpenhund, der Galgenstrick, Der Schrecken jedes Mannes, Und auch der Weiber Stück...“. Eine Ausstellung im Schinderhannes-Turm klärt über die reale Figur auf, die keinesfalls der „Robin Hood des Hunsrücks“ war.

Das Hunsrück-Museum präsentiert Objekte und Dokumente zur Natur- und Kulturgeschichte der Region in den Sammlungsbereichen Volkskunde, Vor- und Frühgeschichte/ Römerzeit, Stadt- und Territorialgeschichte und Naturkunde. Der Hunsrücker Fernseh- und Filmgeschichte ist eine besondere Abteilung gewidmet, denn schließlich ist der Regisseur der Heimat-Reihe Edgar Reitz Ehrenbürger der Stadt. Das Museum befindet sich im Neuen Schloss. Dieses entstand am Anfang des 18. Jahrhunderts als Sitz des pfälzischen Oberamtmannes. Das Gebäude besteht aus einem Hauptbau mit zwei vorgezogenen Seitenflügeln im klassizistischen Stil. Heute befinden sich hier außer dem Museum auch das Fotoarchiv der Stadt und Verbandsgemeinde Simmern, die städtische Bücherei, das Trauzimmer, sowie die Kunstsammlung des berühmten Malers und Bildhauers Friedrich Karl Ströher.

Bei Sargenroth wurde in wilhelminischer Zeit der Bismarckturm errichtet. Dieser sollte ein "Ehrendenkmal als Wahrzeichen der Dankbarkeit und Treue" sein. Nach den Plänen des Dresdener Architekten Wilhelm Kreis entstand ein 17,50 Meter hoher Turm aus Soonwaldquarzit, mit zwei Freitreppen und einer Plattform. Von hier aus erschließt sich dem Betrachter die ganze Schönheit der Hunsrücklandschaft, der Soonwald im Hintergrund und die wellige Hochfläche im Norden und Westen.

Auf der Sargenrother Gemarkung liegt mitten im tiefen Soonwald eine alte staufische Reichsburg. Reichsministerialen verwalteten von hier aus die königlichen Waldungen und sicherten die Straßen von der Nahe zum Mittelhunsrück und zur Mosel. In Ravengiersburg findet sich der Hunsrückdom. Im 11. jahrhundert wurde hier ein Augustiner-Chorherrenstift gegründet. Das Stift bestand bis 1566. Dann ging der reiche Besitz in pfälzische Verwaltung über. Von der mittelalterlichen Klosteranlage hat das doppeltürmige 42 Meter hohe Westwerk mit zahlreichen Reliefs und Plastiken die Stürme der Zeit überdauert. Das Schiff brannte wiederholt ab.

Fotos: Tourist-Information Simmern/Hunsrück